Vorschau - Prix de l Arc de Triomphe 2019
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Prix de l’Arc de Triomphe 2019

6. Oktober 2019 - 2400 Meter, Paris-Longchamp

Vorbericht vom 20. August 2019

Eine historische Chance bietet sich der Stute Enable beim Prix de l’Arc de Triomphe 2019, sie könnte das wichtigste Pferderennen Europas als erstes Pferd zum dritten Mal gewinnen. Vielleicht können ihr der Jockey Club-Sieger Sottsass oder einer der aus Japan anreisenden Gäste Probleme bereiten, aber eigentlich spricht derzeit nur die Statistik gegen sie. Als größter Konkurrent gilt der von ihr jüngst nur knapp bezwungene Crystal Ocean.

Enable gebührt als Gewinnerin des Arc 2017 und 2018 natürlich auch im Prix de l’Arc de Triomphe 2019 die Favoritenrolle. Nach ihrem Triumph in Paris hatte sie in den USA den Breeders‘ Cup Turf gewonnen und auch die anschließende halbjährige Rennpause konnte ihr nichts anhaben. Am 6. Juli gewann sie auf Anhieb die Eclipse Stakes in Sandown, drei Wochen später auch die King George VI Stakes in Ascot. Enable blieb bei ihren letzten elf Starts ungeschlagen, darunter acht Gruppe-I-Siege. Sie wird zum Ende des Jahres ihre Rennkarriere beenden. Vor dem Arc soll sie noch ein Rennen bestreiten, die Yorkshire Oaks am 22. August, die sie bereits 2017 gewonnen hatte. Gegen einen weiteren Arc-Sieg der fünfjährigen Nathaniel-Tochter spricht momentan eigentlich nur die Statistik. Nicht nur, dass es noch kein Pferd geschafft hat den Arc dreimal zu gewinnen, seit dem Erfolg von Star Appeal 1975 ist es nur noch einem Pferd (Marienbard 2002) gelungen den Arc zu gewinnen, das älter als vier Jahre alt war.

Crystal Ocean startete mit drei Siegen ins Jahr 2019, gewann im Juni in Ascot die Prince Of Wales Stakes gegen Pferde wie Magical, Waldgeist oder Sea Of Class. An gleicher Stelle lieferte er sich dann am 27. Juli in den King George VI Stakes ein phänomenales Duell mit Enable, unterlag ihr erst nach langem Kampf mit "Hals" und gilt seither auch im Arc als ihr größter Konkurrent. Der ebenfalls fünf Jahre alte Sea The Stars-Sohn sollte nach einer starken Saison eigentlich schon am letztjährigen Prix de l’Arc de Triomphe teilnehmen, seinen Besitzer war die Summe von 120.000 Euro für eine Nachnennung aber dann doch zu teuer. Er wird vor dem Arc noch die Juddmonte International Stakes am 21. August bestreiten.

Sottsass schlug im Prix du Jockey Club 2019 nicht nur den haushohen Favoriten Persian King, er verbesserte die bisherige Rekordzeit des französischen Derbys (Sulamani 2002) um satte drei Sekunden. Trainer Jean-Claude Rouget hatte zuvor bereits erklärt, dass Sottsass sich mit der Zeit weiter verbessern werde. Sollte er damit recht behalten, müsste der Siyouni-Sohn im Arc reale Chancen besitzen. Auch die Tatsache, dass er weichen Boden mag, spricht für ihn, schließlich ist im Oktober die Wahrscheinlichkeit für durchlässiges Geläuf gegeben. Sottsass soll bis zum Prix Niel am 15. September pausieren und danach im Prix de l’Arc de Triomphe 2019 laufen.

Anthony Van Dyck, Japan, Broome und Sir Dragonet sind dreijährige Hengste, die für einen Erfolg im Prix de l’Arc de Triomphe ebenfalls infrage kommen. Sie werden allesamt in Irland von Aidan O'Brien trainiert, der dafür bekannt ist, erst kurzfristig und unter Berücksichtigung der Bodenverhältnisse zu entscheiden, welcher seiner Hengste startet. Anthony Van Dyck hatte Anfang Juni das Epsom Derby gewonnen. Der von ihm dort mit einer Länge geschlagene Japan siegte später in den King Edward VII Stakes in Ascot und im Grand Prix de Paris auf der Rennbahn in Paris-Longchamp. Japan wird am 21. August in den Juddmonte International Stakes laufen, wo er sich mit Crystal Ocean messen wird.

Anapurna wird als aktuelle Epsom Oaks-Siegerin automatisch mit dem Gewinn des Arc in Zusammenhang gebracht, schließlich gewannen Stuten sieben der letzten acht Arc-Austragungen und acht der letzten elf wurden von dreijährigen Pferden gewonnen. Anapurna wird nach dem harten Rennen in Epsom über den Sommer eine Rennpause erhalten. Ob sie dann im Prix de l’Arc de Triomphe läuft, ist aber keinesfalls sicher, auch ein Start im Prix Royallieu, der Champions Day in Ascot oder gar ein Rennen auf Sand in den USA kommen für sie infrage. Sie hatte die ersten beiden ihrer bislang vier Starts auf Sandboden absolviert.

Star Catcher setzte sich am 20. Juli Start-Ziel in den Irish Oaks durch, einen Monat zuvor hatte sie bereits in Ascot die Ribblesdale Stakes auf Gruppe-II-Ebene gewonnen. Die Sea The Stars-Tochter bestätigte damit erneut, dass sie mit der Arc-Distanz bestens zurechtkommt. Ihr nächster Start könnte am 22. August in den Yorkshire Oaks erfolgen, wo sie auf Anapurna treffen könnte. John Gosden, der Trainer beider Stuten, hält auch einen Start in Paris am 15. September im Prix Vermeille für möglich.

Magical war mit drei Siegen ins neue Jahr gestartet, musste sich dann aber in den Prince Of Wales Stakes, den Eclipse Stakes und den King George VI Stakes hinter Enable und Crystal Ocean einreihen. Die Eclipse Stakes verlor sie immerhin nur mit einer dreiviertel Länge gegen Enable. Schon im Vorjahr scheiterte sie im Breeders‘ Cup Turf an Enable, auch damals mit unter einer Länge.

Waldgeist lief im letzten Jahr im Arc auf den 4. Platz und hat in diesem Jahr bereits den Prix Ganay in Paris-Longchamp gewonnen. Zuletzt lief er im King George VI auf den 3. Platz, vor Pferden wie Magical, Anthony Van Dyck, Magic Wand oder dem Japan Cup Sieger von 2017 Cheval Grand. Waldgeist wird den Arc wohl nicht gewinnen, doch ist dem fünfjährigen Galileo-Sohn aus der Waldlerche, der in den Farben des Gestüts Ammerland läuft, mit all seiner Erfahrung eine Platzierung zuzutrauen. Trainer André Fabre hält mit sieben Siegen den Rekord beim Prix de l’Arc de Triomphe.

Blast Onepiece, Gewinner des Arima Kinen 2018, meldete sich mit einem feinen Erfolg zurück aus der Sommerpause, gewann am 18. August das gut besetzte Sapporo Kinen (Gr.2, 2.000 m). Trainer Kawada, der davon überzeugt ist, dass sein Schützling über weitere Distanzen noch besser abschneidet, erklärte nach dem Rennen, er gehe davon aus, Blast Onepiece würde nun im Arc laufen. Seine Stallgefährtin, die Japan Cup-Siegerin Almond Eye, wird dagegen genauso wenig nach Paris reisen, wie der Derby-Favorit Saturnalia und der Derbysieger Roger Barows, der seine Karriere inzwischen gar beenden musste.

Fierement soll in diesem Jahr ebenfalls den Versuch unternehmen, als erstes japanisches Pferd den Prix de l’Arc de Triomphe zu gewinnen. Der vierjährige Deep Impact-Sohn ist ein ausgewiesener Steher, gewann im Vorjahr das japanische St Leger (3.000 m) und Ende April das Tenno Sho-Spring (3.200 m). Nach viermonatiger Rennpause unterlag er im Sapporo Kinen gerade Blast Onepiece, wird über die weitere Strecke im Arc das Blatt aber vielleicht drehen können. Fierement befindet sich im Besitz von Sunday Racing, die bereits mit Gentildonna und dem zweifach Zweitplatzieren Orfèvre beim Arc vertreten waren.

Deirdre könnte eine weitere Vertreterin Japans im Prix de l’Arc de Triomphe 2019 sein. Die fünfjährige Harbinger-Tochter befindet sich schon seit Juni in Europa, wo sie in den Prince Of Wales Stakes ohne Chance war, anschließend aber die Nassau Stakes in Goodwood gewann. Auch der Zweitplatzierte des Japan Cup 2018 Kiseki wird mit einem Start in Paris in Zusammenhang gebracht.

Amur, Dschingis First, Matchwinner und So Chivalry sind die vier deutschen Pferde, die bisher für den Prix de l’Arc de Triomphe eingeschrieben wurden. Momentan spricht allerdings absolut nichts dafür, dass eines von ihnen einen Platz im Arc finden könnte.

Der Prix de l’Arc de Triomphe gilt als das wichtigste Galopprennen der Welt, es wurde erstmals 1920 ausgetragen.

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