Vorschau Trabrennen: Prix d'Amerique 2020
 Prix d'Amerique 20

Prix d'Amérique 2020

26. Januar 2020 - Trabfahren, 2.700 Meter, Paris-Vincennes        english version

Vorbericht vom 16. Januar 2020

Das bedeutendste Trabrennen der Welt ist 2020 auch eine Auseinandersetzung der Generationen. Die Alte Garde um Bold Eagle und Titelverteidigerin Belina Josselyn wird von jüngeren Trabern in Frage gestellt, allen voran vom neuen Superstar Face Time Bourbon.

Face Time Bourbon wird schon im Alter von fünf Jahren als klarer Favorit in den Prix d'Amérique gehen und das, obwohl er sich bislang nur ein einziges Mal mit älteren Gegner gemessen hat. Grund für das große Vertrauen sind nicht nur seine 18 Siege aus 21 Starts, davon vier auf Gruppe-I-Ebene, es ist auch die zielstrebige und selbstsichere Art in der er diese Rennen gewann. Nachdem er im Oktober beim Grand Prix de I'UET im finnischen Vermo in einer Zeit von 1:10,7 triumphierte, erhielt der vom Hamburger Rainer Engelke gezüchtete Ready Cash-Sohn eine zweimonatige Ruhepause vor dem Wintermeeting in Paris-Vincennes. Diese Pause beendete er mit Siegen im Prix Octave Douesnel und Critérium Continental. Der letzte Fünfjährige, der nach dem Critérium Continental auch den Prix d'Amérique gewinnen konnte, war 2015 Face Time Bourbon's Halbbruder Bold Eagle, ebenfalls von Sébastien Guarato trainiert.

Davidson Du Pont ist zwar schon sieben Jahre alt, doch scheint er zu den Pferden zu gehören, die mit zunehmendem Alter immer besser werden, weshalb auch er eine neue Generation vertritt. Sein erstes Gruppe-Rennen bestritt er erst vor zwei Jahren, gewann dann das Critérium des 5 ans und belegte beim letztjährigen Prix d'Amérique den 4. Platz. Nach einer Pause von acht Monaten verteidigte er im November seinen Titel im Prix De Bretagne in großem Stil, wurde danach in den anderen "B-Rennen" nur defensiv eingesetzt. Obwohl rundum beschlagen schnappte er sich am 12. Januar den 3. Platz im Prix de Belgique, ließ vom letzten Platz kommend auf der Zielgeraden seine ganze Klasse aufblitzen. Davidson Du Pont ist eines der wenigen älteren Pferde, die sich bereits mit Face Time Bourbon gemessen haben. Im März hatte er gegen ihn im Prix de Sélection das Nachsehen.

Excellent ist ein weiterer Hengst, der zu Beginn seiner Karriere lange geschont wurde und erst in jüngerer Vergangenheit auf Gruppe-Level zum Einsatz kam. Die Leistungen des Sechsjährigen waren zuletzt so gut, dass er am 22. Dezember als zweiter Favorit in den Prix Ténor de Baune ging und ihn in beeindruckender Manier gewann. Den Rekord des Rennens verbesserte er dabei um mehr als eine Sekunde auf 1:11,6. Bedenkt man, dass der Rennrekord des Prix d'Amérique bei 1:11,2 steht, könnte Excellent dort ein gewichtiges Wort mitreden, immer vorausgesetzt, er kann die Form halten. Beim letzten Test verfiel er im Prix de Belgique schon beim Start in Galopp.

Belina Josselyn triumphierte im Prix d’Amérique 2019, sie hatte bei diesem Rennen zuvor schon die Plätze 2 und 4 belegt. Nach ihrem großen Sieg gewann sie im Februar auch noch den Prix de Paris über 4.150 Meter, erlitt dabei jedoch eine Beinverletzung, die für einige Spekulationen sorgte. Die inzwischen neun Jahre alte Love You-Tochter zeigte sich dann erst wieder Ende Oktober auf der Rennbahn. Zwar bestritt sie alle vier "B-Rennen", wurde dort aber zunächst nie in die Entscheidung geworfen. Erst im Prix de Belgique ließ Trainer und Fahrer Jean-Michel Bazire ihr freien Lauf, was sie mit einem souveränen Sieg quittierte. Die Spekulationen über ihr Karriereende sind damit erst einmal verstummt. Wie gut die Titelverteidigerin aber wirklich ist, wird man erst nach dem Prix d’Amérique wissen, war die Konkurrenz im Prix de Belgique doch nicht allzu aussagekräftig.

Bold Eagle, Gewinner des Prix d'Amérique 2016 und 2017, hat das bedeutendste Trabrennen der Welt in den letzten Jahren geprägt wie kein anderer, die Frage nach Sieg und Niederlage drehte sich vor allem um ihn. Seit einiger Zeit kann der "Adler" mit den ganz Großen nicht mehr wirklich mithalten, da wundert es schon fast, dass man ihn noch einmal im Amérique antreten lässt, auch wenn er am 26. Oktober die mit 500.000 US-Dollar dotierte Breeders Crown in Kanada gewann. Anders als andere Pferde wurde Bold Eagle in den B-Rennen auf Sieg gefahren, was jedoch scheiterte und kaum gut für die Moral des einstigen Superstars gewesen sein dürfte.

Delia Du Pommereux gewann wie bereits im letzten Jahr den Prix du Bourbonnais, stellte Bold Eagle am 8. Dezember auf der Linie. Der siebenjährigen Nicky-Tochter ist zuzutrauen auch im Prix d'Amérique ein Wörtchen mitreden zu können. Laut Trainer Sylvain Roger hatte man sie im letzten Jahr nach ihrem Sieg zu sehr beansprucht, so dass sie im Amérique ihren Zenit bereits überschritten hatte. Sie wurde deshalb diesmal vor dem großen Rennen nur noch defensiv eingesetzt, beendete den Prix de Belgique auf dem 5. Platz.

Looking Superb hat sich erstaunlich entwickelt, seit er aus Norwegen an den Stall von Jean-Michel Bazire gekommen ist. Einem Sieg im Prix Ténor de Baune 2018 folgte ein ganz starker 2. Platz beim letztjährigen Prix d’Amérique. Der Orlando Vici-Sohn fuhr anschließend das gesamte Jahr 2019 ohne Pause durch, nennenswerte Erfolge blieben ihm dabei aber nicht mehr vergönnt. Seinen Platz im Prix d’Amérique sicherte er sich mit Rang 3 im Prix De Bretagne und wurde danach nur noch mit allen Eisen eingesetzt. Auch diesen "JMB"-Schützling sollte man in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Vivid Wise As gewann Anfang November den hervorragend besetzten Prix Marcel Laurent vor Excellent. Bei der Revanche im Prix Ténor de Baune verschenkte er anschließend seine Chancen bereits am Start und hatte auch im Prix de Bourgogne keinen guten Rennverlauf, ergatterte dennoch den 3. Platz und damit ein Ticket für den Prix d’Amérique 2020. Der von Alessandro Gocciadoro trainierte Sechsjährige wird am Wettmarkt womöglich unterschätzt. Wie Face Time Bourbon steht er im Besitz der Scuderia Bivans des Italieners Antonio Somma.


Enino Du Pommereux ist der jüngere Halbbruder von Delia Du Pommereux. Nachdem er die Amérique-Qualifikation in zwei "B-Rennen" knapp verpasst hatte, hätte er beinahe den Prix de Belgique gewonnen, wurde erst kurz vor dem Ziel von Belina Josselyn abgefangen. Enino Du Pommereux hatte sich im Vorjahr zweimal gegen Excellent durchsetzen können, unterlag ihm im Prix Ténor de Baune jedoch relativ deutlich.

Billie De Montfort ist eine der großen Überraschungen dieses Wintermeetings. Zwar läuft die neunjährige Stute nun schon im achten Jahr auf Gruppe-Niveau, doch galt sie, trotz zweier Amérique-Teilnahmen, in den ganz großen Rennen immer nur als Außenseiterin. Das Ticket für einen dritten Amérique löste sie mit einem 3. Platz im Prix du Bourbonnais, bestätigte ihren zweiten Frühling dann am 29. Dezember, in ihrem einhundertsten Rennen, mit einem Sieg im Prix de Bourgogne, dem wohl größten Erfolg ihrer Karriere. Die Siegzeit von 1:10,6 (2.100 Meter) sollte nicht unbeachtet bleiben.

Bahia Quesnot ging im Prix de Bourgogne direkt hinter Billie De Montfort über die Linie und sicherte sich so ihre zweite Teilnahme beim Prix d'Amérique. Wie Billie De Montfort ist sie eine neun Jahre alte Stute, die am 26. Januar ebenfalls als Außenseiterin an den Start gehen wird. Von den 22 Rennen im Jahr 2019 konnte sie nur das Algot Scotts Minne in Åby gewinnen.

Ringostarr Treb soll beim Prix d'Amérique das letzte Rennen seiner Karriere bestreiten. Der zehnjährige Sieger des Elitloppet 2018 wird dort sicherlich nur als Außenseiter an den Start kommen, aufgrund seiner Erfahrung sollte man den Italiener aber nicht völlig unterschätzen. Noch im Sommer gewann er in Schweden das Hugo Åbergs Memorial und das Sundsvall Open Trot. Eine Pause seit Oktober beendete er im Prix de Bourgogne, wo er disqualifiziert wurde.

Chica De Joudes löste mit dem 2. Platz im Prix De Bretagne ihr Ticket zum Prix d'Amérique 2020. Die von Alain Laurent trainierte achtjährige Stute wird dort nur sehr geringe Chancen haben. Ihr Sieg am 9. November, in dem zur Gruppe 3 zählenden Prix du Languedoc, war ihr bislang größter Erfolg. Beim letzten Test reichte es am 11. Januar im Prix du Forez (Gruppe 3) nur zu Rang 7.

Milligan’s School könnte in diesem Jahr das einzige Pferd aus Schweden beim Prix d'Amérique sein. Der in den USA geborene und dort zwei- und dreijährig gelaufene Yankee Glide-Sohn gewann 2018 den Sundsvall Open Trot, scheiterte beim Elitloppet 2019 allerdings schon im Vorlauf. Dass der Siebenjährige auch weitere Distanzen kann, zeigte er kürzlich beim Gävle Stora Pris, den er über 3.150 Meter gewann.

Propulsion wäre Schwedens große Hoffnung beim diesjährigen Prix d'Amérique, doch ob der Neunjährige nach Paris kommt ist alles andere als sicher. Das von Trainer Daniel Redén für Propulsion ausgegebene Ziel ist das Elitloppet 2020, zu einer Amérique-Teilnahme machte er (noch) keine Aussage. Propulsion hatte beim Amérique in den letzten drei Jahren die Plätze 3, 4 und 5 belegt. Eine Rennpause seit September beendete er am 28. Dezember mit einem Sieg in Romme, wurde am 11. Januar als 1.25-Favorit bei einem Rennen in Bergsåker aber nur Zweiter.

Weitere Informationen zum Grand Prix d'Amérique.

  Kostenlose Livestreams aller SGP französischen Pferderennen SGP (Galopp und Trab) erhält man bei ZEturf und Pferdewetten.

pferdewetten.de - Jetzt 100% EInzahlungsbonus

Termine - Wintermeeting 2019/20:
17. Nov. - Prix De Bretagne (2.700 m - Davidson Du Pont)
08. Dez. - Prix du Bourbonnais (2.850 m - Delia Du Pommereux)
22. Dez. - Criterium Continental (2.100 m, 4j - Face Time Bourbon)
22. Dez. - Prix Tenor de Baune (2.700 m, 5j - Excellent)
29. Dez. - Prix de Bourgogne (2.100 m - Billie De Montfort)
12. Jan. - Prix de Belgique (2.850 m - Belina Josselyn)
27. Jan. - Prix d'Amérique (2.700 m)
09. Feb. - Prix de France (2.100 m)
23. Feb. - Prix de Paris (4.150 m)


© 2012 - 2020 Copyright    Datenschutz    Impressum