Prix d'Amerique 2021

Prix d'Amérique 2021

31. Januar 2021 - Trabfahren, 2.700 Meter, Paris-Vincennes        english version

Vorbericht vom 14. Januar 2021

Ohne Frage wird Face Time Bourbon auch im bedeutendsten Trabrennen der Welt das zu schlagende Pferd sein, ganz frei von Schwächen zeigte sich der Titelverteidiger bei seinen jüngsten Auftritten allerdings nicht. So dürfen sich in dem mit einer Million Euro dotierten Monstre-Rennen auch andere Trabrennpferde Hoffnungen machen, allen voran Davidson Du Pont und Vivid Wise As, die Farben gelb und grün könnten den Prix d'Amérique 2021 dominieren.

Face Time Bourbon gewann schon im Alter von fünf Jahren den Prix d'Amérique, kann mit der beeindruckenden Bilanz von 28 Siegen aus 33 Starts aufwarten. Auf der Trabrennbahn Paris-Vincennes lief der Ready Cash-Sohn mit 1:09,4 die schnellste jemals dort gemessene Zeit, gewann in Paris gerade auch den Prix du Bourbonnais und den Prix de Bourgogne. Ganz überzeugend waren seine letzten beiden Rennen jedoch nicht. Im Prix du Bourbonnais unterlief ihm beim Start eine Galoppade, die er gerade noch ausbügeln konnte, und im Prix de Bourgogne (2.100 m) rettete er sich hauchdünn vor Vivid Wise As und Délia du Pommereux ins Ziel. Allerdings, mit den kurzen Distanzen hatte Face Time Bourbon schon häufiger Probleme, die 2.700 im Prix d'Amérique werden ihm wieder besser liegen.

Davidson Du Pont wurde im Prix d'Amérique 2020 hinter Face Time Bourbon Zweiter, besiegte ihn dann zwei Wochen später über 2.100 Meter im Prix de France. Wie bereits im Jahr zuvor schickte Trainer Jean-Michel Bazire seinen Schützling nach dem Wintermeeting in eine siebenmonatige Sommerpause, von der er sich ab Oktober mit fünf wenig aussagekräftigen Aufbaurennen zurückmeldete. Ohne Eisen und erstmals wieder mit Jean-Michel Bazire als Fahrer ging Davidson Du Pont dann in den Prix de Bourgogne, wo er Face Time Bourbon auf der Zielgeraden einen harten Kampf lieferte, auf den letzten Metern aber nachließ und am Ende sogar nur Vierter wurde. Nach diesem ersten echten Härtetest darf man für den Amérique noch Steigerung erwarten. Zuvor wird er am 17. Januar noch den Prix de Belgique bestreiten.

Vivid Wise As trägt wie Face Time Bourbon die gelb-grünen Farben des italienischen Besitzers Antonio Somma und hätte diesem am 3. Januar um ein Haar den Sieg im Prix de Bourgogne weggeschnappt, unterlag ihm nur mit einem "Kopf". Nach zuletzt teils deftigen Niederlagen im Gran Premio Lotteria und Gran Premio Delle Nazioni war der von Alessandro Gocciadoro in Italien trainierte Yankee Glide-Sohn beim ersten Start im Wintermeeting am Wettmarkt unterschätzt worden. Das dürfte bei dem Siebenjährigen, dessen Bestzeit 1:08,6 lautet, nach diesem fulminanten Auftritt wohl nicht noch einmal der Fall sein.

Délia du Pommereux endete im Prix de Bourgogne nur einen "kurzen Kopf" hinter Vivid Wise As und widerlegte alle, die sie bereits abgeschrieben hatten. Nach ihrem 6. Platz im letztjährigen Prix d'Amérique war von der Nicky-Tochter lange nichts mehr zu sehen gewesen, doch scheint sie rechtzeitig zum großen Rennen ihre Form zu finden. Mit ihrer gewaltigen Endgeschwindigkeit ist die Achtjährige auch im bedeutendsten Trabrennen der Welt eine heiße Kandidatin. Auch sie wird zuvor noch im Prix de Belgique laufen.

Gu d'Héripré hat sich durch einen beeindruckenden Sieg im Critérium Continental nicht nur für den Prix d'Amérique qualifiziert, sondern auch die Nachfolge von Face Time Bourbon angetreten. Nicht wenige trauen dem fünfjährigen Coktail Jet-Sohn eine ähnlich erfolgreiche Zukunft zu, wie seinem Critérium-Vorgänger. Die Generalprobe misslang allerdings am 16. Januar im Prix de Croix, wo der relativ kleine Fuchshengst nur Fünfter wurde. Im Amérique, dann ganz ohne Eisen und wieder mit Franck Nivard im Sulky, der das Rennen schon fünfmal gewinnen konnte, darf wieder mehr von Gu d'Héripré erwartet werden.

Moni Viking ist Norwegens Hoffnung im Prix d'Amérique 2021. Der achtjährige Maharajah-Nachkomme hatte im Vorjahr auf der Steherdistanz für Furore gesorgt, gewann den Harper Hanovers Loop in neuer Weltrekordzeit und den Åby Stora Pris, beide über 3.140 Meter. Der erste Auftritt beim Pariser Wintermeeting endete im Prix de Bretagne zunächst nicht optimal auf Platz 12, doch sicherte sich der Norweger mit einer feinen Sprintleistung den 3. Platz im Prix du Bourbonnais und damit das Ticket für den Prix d'Amérique. Hierzu muss aber erwähnt werden, dass das Tempo in diesem Rennen sehr langsam war. Den letzten Test beendete Moni Viking beim Prix de Bourgogne auf dem 9. Platz.

Zacon Gio bezwang Face Time Bourbon am 25. Oktober im Finale des Gran Premio de Lotteria. Und es war nicht sein erster Erfolg gegen den amtierenden Prix d'Amérique-Sieger. Schon im Vorjahr hatte er ihn in Italien geschlagen, damals über 2.050 Meter beim Premio Unione Europea in Modena. Dass er mit der Sprintdistanz gut zurechtkommt, bewies der startschnelle fünfjährige Italiener auch in den USA mit einem Sieg im Yonkers International Trot. Ob er nun auch erstmals zum Wintermeeting nach Paris-Vincennes anreist und ob er die dort verlangten Distanzen stehen kann, wird man sehen. Ein interessanter Starter wäre er im Prix d'Amérique allemal.

Campo Bahia könnte die deutschen Herzen im Amérique höher schlagen lassen. Der in deutschem Besitz stehende und vom Regensburger Conrad Lugauer in Schweden trainierte Muscle Hill-Sohn hatte 2019 den Konung Gustaf Pokal gewonnen und schon letzten Winter in Paris für Aufsehen gesorgt, als er im Critérium Continental in aussichtsreicher Haltung vor Face Time Bourbon auf die Zielgerade einbog, dann aber zu galoppieren begann. Die drei Starts in diesem Jahr waren dagegen enttäuschend, weshalb man sich dazu entschloss, ihn zunächst als Deckhengst einzusetzen und dann in Ruhe auf die Winterrennen in Paris vorzubereiten.


Victor Ferm schaffte es im Prix du Bourbonnais als 37:1 Außenseiter auf den 2. Platz und hat nun einen Startplatz im Prix d'Amérique sicher. Der in Italien geborene siebenjährige Hengst konnte bislang kein Gruppe-Rennen gewinnen, dennoch zeigte sich Trainer Jean-Michel Bazire von seiner Leistung im Bourbonnais keineswegs überrascht. Die Generalprobe ging am 2. Januar beim Prix de Bar-le-Duc allerdings schief, kurz nach dem Start wurde Victor Ferm disqualifiziert. Er wird nun in den Prix de Belgique gehen.

Diable De Vauvert erwarb sein Ticket für den Prix d'Amérique 2021 mit dem Gewinn des Prix de Bretagne am 22. November, es war sein fünfter Sieg aus den letzten sechs Starts. Der achtjährige Hengst, der letztes Jahr nicht allzu häufig eingesetzt wurde und gerade im Prix de Bar-le-Duc auf Rang 2 lief, wird im Amérique nur Außenseiter sein, eine vordere Platzierung ist ihm aber zuzutrauen.

Feliciano endete im Prix de Bretagne einen kurzen Kopf hinter Diable De Vauvert und wird diesen nun im Prix d'Amérique wiedersehen. Im August hatte sich Feliciano im Critérium des 5 Ans nur Face Time Bourbon beugen müssen, wenn auch mit fünf Längen. Am 27. Dezember endete der Ready Cash-Sohn im Prix Ténor de Baune als Favorit nur auf dem 8. Platz, saß dort im Einlauf aber hinter einer Wand von Pferden fest.

Féerie Wood gewann den Prix Ténor de Baune und damit ihre Eintrittskarte für den Amérique. Die Stute hatte Feliciano schon im Oktober im Championnat des 5 Ans bezwungen und konnte anschließend im Prix Marcel Laurent nur von Face Time Bourbon gestoppt werden. Auch sie wird den Prix de Belgique als letzten Test nutzen.

Bahia Quesnot qualifizierte sich mit einem 3. Platz im Prix de Bretagne zum dritten Mal in Folge für den Prix d'Amérique. Die zehn Jahre alte Stute hatte dort im Vorjahr immerhin Rang 7 belegt und gewann erst im Dezember in Italien den Gran Premio Royal Mares. Beim letzten Test vor dem Amérique landete sie im Prix de Bourgogne auf dem 7. Platz.

Weitere Informationen zum Grand Prix d'Amérique.

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Termine Pariser-Wintermeeting 2020-21:
22.11.2020
Prix de Bretagne
2.700 m
Diable de Vauvert
13.12.2020
Prix du Bourbonnais
2.850 m
Face Time Bourbon
27.12.2020
Critérium Continental
2.100 m
Gu d'Héripré
27.12.2020
Prix Ténor de Baune
2.700 m
Feerie Wood
03.01.2021
Prix de Bourgogne
2.100 m
Face Time Bourbon
17.01.2021
Prix de Belgique
2.850 m
31.01.2021
Prix d'Amérique
2.750 m


  Quotenvergleich (14.01.) Racebets Pferdewetten
  Face Time Bourbon 1,55 1,7
  Davidson Du Pont 6,5 6,5
  Gu d'Héripré 17,0 20,0
  Vivid Wise As 21,0 20,0
  Délia Du Pommereux 26,0 20,0
  Zacon Gio 34,0 35,0
  Moni Viking 34,0 35,0
  Victor Ferm 41,0 35,0
  Feliciano 61,0 35,0
  Feerie Wood 34,0 75,0

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