Japan Cup 2022

Japan Cup 2022

27. November 2022 - 2.400 Meter, Tokio, Japan        english version


Pl. Abst.
Alter Gewicht
Trainer Jockey Quote

1.
Vela Azul 5 57,0
K. Watanabe R. Moore 4.5

2. ¾ Shahryar 4 57,0
H. Fujiwara C. Demuro 3.4

3. H Weltreisende 5 57,0
Y. Ikee D. Lane 9.5

4. ½ Daring Tact 5 55,0
H. Sugiyama T. Marquand 13.0

5. 2 ½ Danon Beluga 3 55,0
N. Hori Y. Kawada 4.2

6. H Grand Glory 6 55,0
G. Bietolini M. Guyon 57.0

7. H Onesto 3 57,0
F. Chappet C. Lemaire 13.3

8. H Karate 6 57,0
Y. Tsujino A. Sugawara 55.7

9. 1 ¾ Tünnes 3 55,0
P. Schiergen B. Murzabayev 25.5

10. N Uberleben 4 55,0
T. Tezuka M. Demuro 35.5

11. H Heart's Histoire 6 57,0
S. Kunieda Y. Take 42.7

12. ½ Shadow Diva 6 55,0
M. Saito K. Matsuyama 259.0

13. ¾ Trust Kenshin 7 57,0
F. Takahashi K. Maruta 424.6

14. 1 ¾ T O Royal 4 57,0
I. Okada Y. Hishida 26.1

15. N Simca Mille 3 55,0
S. Wattel G. Benoist 41.5

16. H Unicorn Lion 6 57,0
Y. Yahagi Y. Kokubun 67.2

17. 2 ½ Boccherini 6 57,0
Y. Ikee S. Hamanaka 32.3

18. 4 Ridge Man 9 57,0
K. Chiba Y. Ishikawa 374.1

Vorbericht vom 22. November 2022

Keinem ausländischen Pferd gelang es in den letzten fünfzehn Jahren beim Japan Cup (7:40 MEZ) unter die ersten drei zu laufen. Dies könnte sich in diesem Jahr ändern, denn viele der besten japanischen Pferde werden nicht am Japan Cup teilnehmen. Vier Europäer versuchen ihr Glück in Tokio, darunter der keineswegs chancenlose Kölner Hengst Tünnes.

Selten schien der Japan Cup aus einheimischer Sicht so schwach besetzt wie in diesem Jahr. Nicht mit dabei sind der japanische Derbysieger Do Deuce, der Derby-Zweite und frische Tenno Sho (Autumn)-Gewinner Equinox, die Oaks-Siegerin Stars On Earth, die Shuka Sho-Siegerin Stunning Rose, die Arc-Starter Titleholder und Deep Bond, der Copa Republica Argentina-Gewinner Breakup oder der Japan Cup 2021-Zweite Authority.
So ergibt sich für die ausländischen Gäste eine einmalige Chance, auch wenn die Vergangenheit gezeigt hat, dass Pferde aus Übersee mit japanischen Rennbahnen traditionell ihre Probleme haben.

  Chancenreiche japanische Pferde:
Shahryar ist der japanische Derbysieger des letzten Jahres. Er wurde im Japan Cup 2021 Dritter und setzte sich im März im Dubai Sheema Classic durch. Nach diesen Erfolgen sollte er eigentlich den Prix de l’Arc de Triomphe anvisieren, enttäuschte jedoch beim ersten Start in Europa, wurde am 15. Juni in den Prince Of Wales's Stakes in Ascot Vorletzter, woraufhin man die Arc-Pläne fallen ließ. Nach seiner Rückkehr nach Japan reichte es am 30. Oktober auch im Tenno Sho (Autumn) nur zum fünften Platz, allerdings kam Shahryar dort aus einer 137-tägigen Pause.

Danon Beluga lief im Tenno Sho (Autumn) zweieinhalb Längen vor Shahryar auf den dritten Platz, endete auf den letzten Metern mindestens genauso schnell wie der Sieger Equinox. Auch er kam aus einer langen Pause, war beim vorherigen Start am 29. Mai als Favorit ins japanische Derby gegangen, dort aber nur Vierter geworden.

Daring Tact galt lange als eine der ganz großen japanischen Hoffnungen. Sie hatte vor zwei Jahren die japanische Stuten Triple Tiara gewonnen, was vor ihr berühmten Stuten wie Gentildonna oder Almond Eye gelungen war. Im Japan Cup 2020 wurde sie Dritte, absolvierte 2021 nur noch zwei Rennen und konnte in diesem Jahr nicht annähernd an die früheren Leistungen anknüpfen. Auch am 13. November wurde die Epiphaneia-Tochter im Queen Elizabeth II Cup, trotz Favoritenstatus, nur Sechste.

Vela Azul war bis zu seinem vierten Lebensjahr auf der Sandbahn aktiv, wechselte zu Beginn dieses Jahres erstmals auf Turf. Mit Erfolg, gewann er am 10. Oktober doch mit dem Kyoto Daishoten (Gr.2, 2.400 m) einen wichtigen Japan Cup-Trial mit zweieinhalb Längen Vorsprung. Bei seinem nächsten Start im Japan Cup 2022 dürften die Gegner aber deutlich höheres Niveau haben.

Boccherini endete im Kyoto Daishoten zweieinhalb Längen hinter Vela Azul auf dem zweiten Platz. Mit dem Gewinn des Meguro Kinen (Gr.2) hatte der sechsjährige Hengst im Mai den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Auch wenn er in späten Jahren zu guter Form gefunden hat, er ist noch nie in einem Gruppe-I-Rennen gelaufen und wird am Wettmarkt vermutlich etwas überschätzt.

Uberleben gewann die japanischen Oaks im Vorjahr, konnte sich aber nie wirklich in der höchsten Klasse durchsetzen. Nach einer kleineren Verletzungspause wurde sie im Japan Cup Sechste und später im Dubai Sheema Classic Fünfte. Auch bei der Generalprobe zum Japan Cup reichte es im Tenno Sho (Autumn) nur zu Rang acht.

Weltreisende, ein Enkel von Acatenango, lief 2020 im Japanischen Derby auf den dritten Platz. Als Vierjähriger wurde er durch eine Sehnenverletzung außer Gefecht gesetzt, konnte sechzehn Monate keine Rennen bestreiten. Beeindruckend dann sein Comeback im Juni diesen Jahres beim Naruo Kinen (Gr.3, 2.000 m), das er vor der späteren Queen Elizabeth II Cup-Siegerin Geraldina gewann. Mit diesem Erfolg ging er als einer der Favoriten in das von Geraldina gewonnene Sankei Sho All Comers, enttäuschte dort aber genauso wie Daring Tact und T O Royal.

T O Royal brachte es letztes Jahr auf vier Siege, woraufhin er sich dieses Jahr auf Gruppen-Ebene versuchte und im Mai im The Tenno Sho (Spring) Dritter wurde. Nach einer Sommerpause von fast fünf Monaten wurde er am 25. September in den Sankei Sho All Comers nur Fünfter und jüngst auch im Copa Republica Argentina als zweiter Favorit nur Sechster. Dennoch wird er nach dem Japan Cup auch den Arima Kinen am 25. Dezember bestreiten.

Heart's Histoire wurde am 6. November Zweiter im Copa Republica Argentina, ein Rennen, dessen Sieger den Japan Cup in den letzten Jahren mehrfach gewonnen haben. Für den sechs Jahre alten Heart's Cry-Sohn war es erst der zweite Start in einem Gruppe-Rennen, im Mai endete er im Tenno Sho (Spring) auf Platz 16. Im Sattel sitzt Japans Jockey-Legende Yutaka Take, der den Japan Cup schon viermal gewonnen hat. Trainer Sakae Kunieda gewann zwei der letzten vier Austragungen.


  Die Starter aus dem Ausland:
Tünnes wird nach fünf Jahren wieder deutsche Farben im Japan Cup vertreten. Nach seinem Sieg im Herzog von Ratibor-Rennen hatte er lange als Topfavorit für das diesjährige Deutsche Derby gegolten, musste verletzungsbedingt dann aber eine längere Pause einlegen. Auf die Rennbahn kehrte der Peter Schiergen-Schützling erst Ende August zurück, gewann direkt ein mit 52.000 Euro dotiertes Auktionsrennen, danach das 138. Deutsche St Leger mit acht Längen Vorsprung und am 6. November auch den Großen Preis von Bayern mit zehn Längen, wodurch er momentan das von den Handicapern am höchsten eingeschätzte aktive Rennpferd in Deutschland ist. Der nach einer legendären knollennasigen Kölner Figur benannte Guiliani-Nachkomme hat in diesem Jahr nur drei Rennen absolviert, sollte also noch einige Körner im Tank haben. Er ist ein Sohn von Tijuana, der Mutter des Arc-Siegers Torquator Tasso. Als problematisch könnte sich herausstellen, dass weder Tünnes noch Jockey Bauyrzhan Murzabayev jemals in Japan gestartet sind.

Grand Glory hat bereits Erfahrung in Japan gesammelt, war sich als Vorteil erweisen könnte. Die sechsjährige französische Stute schaffte es im letzten Jahr, als 56:1 Außenseiterin, auf einen starken fünften Platz im Japan Cup. Auch ihr fünfter Platz im diesjährigen Prix de l’Arc de Triomphe, in dem sie alle vier japanischen Starter weit hinter sich ließ, kann sich sehen lassen, weshalb sie womöglich bei hohen Quoten für eine Überraschung sorgen könnte. In dieser Saison ist sie schon einmal auf Shahryar getroffen, endete in den Prince Of Wales's Stakes in Ascot einen Kopf vor ihm auf Rang drei. Ihr Jockey Maxime Guyon war letztmals vor sechs Jahren in Japan aktiv.

Onesto ist ein weiterer nicht zu unterschätzender Gast aus Frankreich. Zwar enttäuschte er im Prix de l’Arc de Triomphe auf weichem Boden, fünf Längen hinter Grand Glory, doch hatte der Frankel-Nachkomme im Juli den Grand Prix de Paris gewonnen und war anschließend Zweiter in den Irish Champion Stakes geworden. Der vermutlich gute Boden am Sonntag in Tokio könnte Onesto in die Karten spielen. Sein Jockey Christophe Lemaire reitet seit zwanzig Jahren in Japan und hat dort bereits mehrere Gruppe-I-Rennen gewonnen, darunter drei Siege im Japan Cup.

Simca Mille ist wie Onesto ein dreijähriger französischer Hengst. Im Grand Prix de Paris war er hinter diesem Zweiter geworden, gewann im September aber den Prix Niel, wo er das Ziel knappe vier Längen vor dem aktuellen japanischen Derbysieger Do Deuce passierte. Überhaupt endete der Tamayuz-Sohn nur bei seinem Debüt schlechter als auf Rang 2, dennoch wird er in Tokio zu den Außenseitern zählen. Reiter Gregory Benoist hat es in Japan bislang auf 21 Siege gebracht.

Festkurse für den Japan Cup 2022 findet man bei RaceBets.de

Seit 1981 wird der Japan Cup in Tokio-Fuchu ausgetragen. Die Rennstrecke führt über einen hügeligen Linkskurs, dessen 500 Meter lange Zielgerade nach einhundert Metern um zwei Meter ansteigt. In diesem Jahr versucht man verstärkt Pferde aus dem Ausland nach Tokio zu locken, hat dafür den Bonus für Starter aus Übersee erhöht, die Einreise vereinfacht und ein eigenes luxuriöses Quarantäne-Areal für ausländische Pferde errichtet. Das letzte nicht-japanische Pferd, das den Japan Cup gewinnen konnte, war 2005 Alkaased, die letzte ausländische Platzierung gelang 2006 Ouija Board.

Profil Rennbahn Tokio-Fuchu:
Rennbahn Tokio

Der Japan Cup findet sonntags morgens um 7:40 Uhr (MEZ) statt. Ein Replay des Rennens, bei dem das Ergebnis zuvor NICHT eingeblendet wird, stellt Horse Racing Japan mit englischem Kommentar zur Verfügung. Dazu in der Zeile Japan Cup auf den Video-Button klicken.


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