Prix de l’Arc de Triomphe 2021

3. Oktober 2021 - 2.400 Meter, Paris-Longchamp - Boden: schwer


Pl. Abst.
Alter Kg
Trainer Jockey Quote

1.
Torquator Tasso  4 59,5
M. Weiss  R. Piechulek 69,0

2. ¾ Tarnawa  5 58,0
D. Weld C. Soumillon  5,0

3. N Hurricane Lane  3 56,5
C. Appleby J. Doyle  4,0

4. 3 Adayar  3 56,5
C. Appleby W. Buick  4,6

5. ¾ Sealiway  3 56,5
C. Rossi  F. Blondel 59,0

6. K Snowfall  3 55,0
A. O'Brien R. Moore  4,8

7. ½ Chrono Genesis  5 58,0
T. Saito  O. Murphy  10,0

8. N Bubble Gift  3 56,5
M. Delzangles  G. Mosse 59,0

9. 5/4 Alenquer  3 56,5
W. Haggas T. Marquand  23,0

10. N Mojo Star  3 56,5
R. Hannon R. Ryan 47,0

11. 3 Broome  5 59,5
A. O'Brien Y. Take  57,0

12. 2 ½ Raabihah  4 58,0
J.-C. Rouget  C. Demuro 25,0

13. 1 Baby Rider  3 56,5
 P Bary  I. Mendizabal 93,0

14. 30 Deep Bond  4 59,5
R. Okubo  M. Barzalona 24,0

NS
Love  4 58,0
A. O'Brien F. Dettori 


Vorbericht vom 1. Oktober 2021

Der Prix de l’Arc de Triomphe ist in diesem Jahr so stark besetzt wie seit Jahren nicht mehr, hier wird sich zeigen, wer das beste Rennpferd Europas ist. Da trotz aller Qualität ein echter Favorit nicht auszumachen ist, dürfen wir uns auf eine ganz spannende Entscheidung freuen. Mit dabei auch der aktuelle Galopper des Jahres Torquator Tasso.

Tarnawa wurde in Irland gezielt auf den Prix de l’Arc de Triomphe vorbereitet. Sie hatte im Vorjahr den Prix Vermeille, den Prix de l'Opéra und den Breeders' Cup Turf in den USA gewonnen, wurde dann in eine neunmonatige Pause geschickt, um Kraft für den Arc zu schöpfen. In diesem Jahr hat die Aga Khan-Stute erst zwei Rennen bestritten, wobei sie bei ihrem jüngsten Auftritt am 11. September in den Irish Champion Stakes knapp hinter St Mark's Basilica einlief, es war ihre erste Niederlage seit Oktober 2019. Man darf diesen 2. Platz nicht überbewerten, zumal die Distanz im Arc 400 Meter weiter ist und Tarnawa nun ihre Bestform erreicht haben sollte. Mit dem zu erwartenden weichen Boden wird die Fünfjährige keine Probleme haben, gewann sie auf der Rennbahn in Paris doch schon den Prix de l'Opéra auf schwerem Geläuf. Allerdings konnten in den letzten 71 Jahren nur drei Pferde, die älter als vier Jahre alt waren, den Arc gewinnen.

Adayar hätte nach seinem klaren Erfolg im Epsom Derby unter normalen Umständen direkt zu den heißesten Arc-Favoriten gehören müssen, doch war der Godolphin-Hengst als 17:1 Außenseiter in den Klassiker gegangen und hatte zuvor auch nur ein Maidenrennen gewinnen können. Wer an dem Frankel-Sohn zweifelte, wurde am 27. Juli in den King George Stakes eines Besseren belehrt. Mit seiner riesigen Galoppade setzte sich der Derbysieger in Ascot gegen Gegner der höchsten internationalen Klasse durch und hat nun seinen Platz an der Spitze des Arc-Wettmarktes gefunden. Ein geplanter Start am 12. September im Prix Niel wurde aufgrund einer kleineren Verletzung nicht wahrgenommen, weshalb Adayar nun aus einer zweimonatigen Pause in den Arc geht. Der Schützling von Charlie Appleby wurde am Mittwoch für 120.000 Euro nachgenannt.

Hurricane Lane, wie Adayar von Charlie Appleby für Godolphin trainiert, ist ebenfalls ein Frankel-Nachkomme und auch ihm werden sehr gute Chancen im Arc eingeräumt. Im Epsom Derby blieb er zwar acht Längen hinter seinem Halbbruder, konnte aber bei keinem seiner sechs weiteren Starts bezwungen werden. Mit den Dante Stakes hatte er den wichtigsten Derby-Trial gewonnen, dann Ende Juli das Irish Derby und nur zweieinhalb Wochen später den Grand Prix de Paris mit sechs Längen Vorsprung. Auch beim jüngsten Auftritt am 11. September im englischen St Leger blieb Hurricane Lane im Handgalopp vor seinen Gegnern.

Snowfall machte sich am 4. Juni zur Legende, als sie die Epsom Oaks mit sechzehn Längen gewann, dem größten Vorsprung, den je eine Stute in diesem seit 1779 ausgetragenen Rennen herauslief. Es folgten zwei weitere Gruppe-I-Siege in den Irish Oaks und den Yorkshire Oaks, beide wieder mit immensem Vorsprung. Dann aber der große Dämpfer in Paris-Longchamp. Als 1.20-Favoritin ging Snowfall am 12. September in den Prix Vermeille, endete völlig überraschend aber nur auf dem 2. Platz. Sicherlich könnte das äußerst langsame Tempo als Entschuldigung für die Niederlage dienen, doch sorgt das Ergebnis natürlich für Irritationen. Bislang ist die Tochter des japanischen Starhengstes Deep Impact noch nie gegen männliche Pferde gelaufen. Auch für sie wurden 120.000 Euro in eine Nachnennung investiert.

Chrono Genesis ist in diesem Jahr die große Hoffnung den Prix de l’Arc de Triomphe endlich nach Japan zu holen. Die fünfjährige Stute war in ihrer Heimat schon viermal in Gruppe-I-Rennen erfolgreich, gewann im Dezember das Arima Kinen 2020 und verteidigte am 27. Juni ihren Titel im Takarazuka Kinen. Bei ihrem einzigen bisherigen Auslandsstart unterlag sie im März mit "Hals" im Dubai Sheema Classic, wurde vom Sieger Mishriff auf der Zielgeraden aber auch mehrfach angerempelt. In den Arc geht die Bago-Tochter aus einer Pause seit dem 27. Juni. Sie wird von dem Iren Oisin Murphy geritten, da sich ihr ständiger Jockey Yuichi Kitamura verletzt hat.

Deep Bond ist das zweite Pferd aus Japan im Prix de l’Arc de Triomphe 2021 und kann nach seinem Start-Ziel-Sieg im Prix Foy kaum als chancenlos betrachtet werden. Im Vorjahr hatte er in den japanischen Klassikern wenig zu bestellen, gewann in diesem Jahr aber auf schwerem Boden den Hanshin Daishoten über 3.000 Meter und wurde daraufhin als Favorit Zweiter im Tenno Sho (Spring). Beeindruckend nun sein erster Start im Ausland. Im Prix Foy blieb er auf der Rennbahn in Paris-Longchamp vor dem Grand Prix de Saint Cloud-Sieger Broome und Frankreichs Pferd mit dem höchsten Rating Skalleti. Bedenkt man, dass Deep Bond aus einer dreimonatigen Pause kam, ist ihm weitere Steigerung zuzutrauen. Sein Vater Kizuna und sein Großvater Deep Impact schafften es im Arc unter die ersten Vier.

Love, wie Snowfall von Aidan O'Brien in Irland vorbereitet, galt lange als Favoritin auf den Sieg im Arc. Zum Saisondebüt hatte sie in Ascot noch die Prince Of Wales's Stakes gewonnen, wurde in den King George Stakes hinter Adayar und Mishriff aber nur Dritte und enttäuschte anschließend auch in den International Stakes und zuletzt sogar in den Blandford Stakes, weshalb ihre Quote in die Höhe geschossen ist. Die vierjährige Galileo-Tochter, über die O'Brien gesagt hatte, sie sei vielleicht die beste Stute, die er je trainiert habe, hatte letztes Jahr nach den englischen 1000 Guineas auch die Epsom Oaks mit satten neun Längen gewonnen.

Raabihah ist in diesem Jahr das Pferd, auf das die Gastgeber ihre größten Hoffnungen setzen. Sie ist das einzige Pferd im Feld, das bereits Erfahrung in diesem Rennen gesammelt hat, sie schaffte es im Arc 2020 auf den 5. Platz. Ihr Trainer Jean-Claude Rouget, der den letztjährigen Arc mit Sottsass gewann, sieht Parallelen zwischen ihr und ihm. Wie Sottsass konnte auch Raabihah zu Beginn der Saison nicht überzeugen und kam erst in der zweiten Jahreshälfte auf Touren. Tatsächlich geht die vierjährige Sea The Stars-Tochter als frische Siegerin des Prix de Pomone (Gr. 2, 2.500 m) ins Rennen.

Sealiway ist ein weiterer französischer Hoffnungsträger, auch wenn der dreijährige Hengst etwas unter dem Radar läuft. Als Zweijähriger hatte er den zur Gruppe 1 zählenden Prix Jean-Luc Lagardère gewonnen. Dieses Rennen war sicherlich nicht allzu stark besetzt, doch gewann er es in Paris-Longchamp auf schwerem Boden mit acht Längen Vorsprung. Auch sein 2. Platz hinter St Mark's Basilica im Prix du Jockey Club zeigt seine internationale Klasse. Allerdings hat er seit Juni kein Rennen mehr bestritten und muss so eine viermonatige Pause überwinden.

Torquator Tasso ist der Hengst, auf den sich die deutschen Augen richten. Er war im letztjährigen Deutschen Derby Zweiter geworden, keine Länge hinter In Swoop, welcher anschließend bekanntlich im Arc auf den 2. Platz lief. In diesem Jahr hat Torquator Tasso den Hansa Preis in Hamburg gewonnen und am 5. September auch den Großen Preis von Baden. Der Adlerflug-Sohn wird auch in Paris von seinem Stammjockey René Piechulek geritten, für den es der erste Auftritt im Arc ist. Natürlich wird Torquator Tasso zu den Außenseitern gehören, völlig abschreiben sollte man den aktuellen Galopper des Jahres aber nicht.

Alenquer gewann im April den Classic Trial in Sandown vor Adayar, was ihn natürlich auch im Prix de l’Arc de Triomphe interessant macht. Allerdings blieb der vom Gestüt Römerhof gezüchtete Adlerflug-Sohn anschließend im Grand Prix de Paris und den International Stakes in York weit hinter den Siegern.

Mojo Star schaffte es als 50:1 Außenseiter im Epsom Derby völlig überraschend auf den 2. Platz, knappe drei Längen vor Hurricane Lane. Dennoch wird dem Sea The Stars-Nachkommen im Arc wenig zugetraut, auch weil er sowohl im Irish Derby als auch im St Leger deutlich hinter Hurricane Lane durchs Ziel kam.

Broome war nach mehreren Siegen in Irland als zweiter Favorit ins Epsom Derby 2019 gegangen, wo er Vierter wurde. Danach durchlief der Australia-Sohn eine längere Durststrecke, bis er in dieser Saison mehrere Gruppe-Rennen gewinnen konnte, darunter auch den Grand Prix de Saint-Cloud vor In Swoop und Kaspar. Anschließend endete er im "King George" in Ascot aber weit hinter Adayar und Love und unterlag zuletzt im Prix Foy auch Deep Bond.

Bubble Gift machte zu Beginn des Jahres auch in Deutschland von sich Reden, als er in seiner französischen Heimat mehrfach vor späteren Teilnehmern des Deutschen Derbys blieb. Enttäuschend dann jedoch sein ganz schwacher Auftritt im Grand Prix de Paris, zehn Längen hinter Hurricane Lane. Auch sein jüngster Sieg im renommierten Prix Niel macht die Sache nicht unbedingt besser, war dieses Rennen doch alles andere als stark besetzt.

Baby Rider scheiterte im Prix Niel mit einer Nasenlänge an Bubble Gift, gleich auf mit ihm hatte er auch im Grand Prix de Paris abgeschlagen die Linie passiert. Und da der Gleneagles-Sohn im Prix du Jockey Club nur auf Rang 14 endete, zählt er am Sonntag ebenfalls zu den Außenseitern.


Der Prix de l’Arc de Triomphe wird seit 1920 in Paris ausgetragen und gilt als das wichtigste Galopprennen der Welt. In diesem Jahr beträgt das Preisgeld wieder fünf Millionen Euro, womit der Arc das höchstdotierte Pferderennen Europas ist. In den letzten 71 Austragungen schafften es nur drei Pferde, die älter als vier Jahre alt waren, das Rennen zu gewinnen (Star Appeal 1975, Marienbard 2002, Waldgeist 2019).


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